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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen, treu sein

     

  • NACHRICHTEN

  • 7 November 2017

    Die erste Polin an der Sorbonne, die erste mit einem Nobelpreis ausgezeichnete Frau, die erste Frau, die im Pariser Panthéon beigesetzt wurde… Maria Skłodowska-Curie, geboren vor genau 150 Jahren in Warschau, bleibt die herausragendste polnische Forscherin und eine internationale Wissenschaftsikone.

     

     

    Maria Salomea Skłodowska wurde am 7. November 1867 in Warschau geboren, das sich damals im russischen Teilungsgebiet befand. Die Wissenschaft hatte einen bedeutenden Stellenwert im Hause der Skłodowskis: Ihr Vater war Mathematik- und Physiklehrer, ihre Mutter leitete ein Mädchenpensionat. Maria und ihre vier Geschwister wurden im Geiste tiefen Patriotismus’ erzogen, und Polen nahm in Marias Herzen immer einen äußerst wichtigen Platz ein.

     

    Marias erster Lehrer war ihr Vater, als Zehnjährige begann sie, eine öffentliche Schule zu besuchen, und mit gerade einmal 15 Jahren schloss sie das Gymnasium ab, natürlich als Beste. Fasziniert von der Wissenschaft, begann sie, an der Fliegenden Universität zu studieren. 1890 ging sie mit ihrer Schwester Bronisława nach Paris, wo sie kurz darauf ein Studium der Mathematik und Physik an der Sorbonne aufnahm, das sie in beiden Fächern mit dem Lizenziat abschloss. Sie setzte ihre Forschungen fort und lernte bei der Suche nach einem größeren Laboratorium einen bescheidenen Wissenschaftler, Pierre Curie, kennen, der zwar nicht über eine entsprechende Räumlichkeit verfügte, dafür aber bald darauf Marias Mann und ihr engster Mitarbeiter wurde.

     

    Maria interessierte sich für die Forschungen von Henri Becquerel über das Phänomen der Strahlung von Mineralien. Zu den größten Leistungen von Maria Skłodowska-Curie gehörten die Entwicklung seiner Theorie der Radioaktivität und die Entdeckung zweier zuvor unbekannter Elemente – zuerst des zu Ehren von Polen so getauften Poloniums und danach des Radiums. Für die Forschungen über die Radioaktivität wurde sie – als erste Frau in der Geschichte – gemeinsam mit ihrem Mann und Henri Becquerel mit dem Physiknobelpreis (1903) ausgezeichnet.

     

    Der plötzliche Tod ihres geliebten Mannes – Freundes, Gefährten, Mitarbeiters und Vaters ihrer beiden Töchter - nahm Maria stark mit. Sie gab sich vollständig ihrer Arbeit hin: 1906 übernahm sie Pierres Lehrstuhl für Physik an der Pariser Sorbonne und wurde die erste weibliche Professorin dieser Universität. 1911 wurde Maria der zweite Nobelpreis zuerkannt – diesmal allein und für Chemie. Bis heute bleibt Maria Skłodowska-Curie die einzige Frau, die zwei Nobelpreise in unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachgebieten erhielt. Die Preisgelder verwendete sie für den Bau des Pariser Radium-Instituts, heute Curie-Institut, eine Forschungseinrichtung, die sich mit Radioaktivität und medizinischen Forschungen, insbesondere der Krebsbehandlung, beschäftigt.

     

    Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges blieb sie nicht untätig – unter Verwendung der in Paris angesammelten Gerätschaften richtete sie mobile Diagnostikstellen ein, sogenannte „kleine Curies“, mit denen Röntgenaufnahmen unter Feldbedingungen möglich wurden. Maria selbst lernte, Auto zu fahren, und erwarb als eine der ersten Frauen den Führerschein.

     

    Es war ein großer Traum von Maria, deren Verbundenheit mit Polen trotz der Emigration nicht nachließ, eine Schwestereinrichtung des Radium-Instituts in Warschau (heute: Onkologiezentrum – Maria-Skłodowska-Curie-Institut) zu gründen. Der Traum ging 1932 in Erfüllung, und Maria eröffnete die Einrichtung persönlich und spendete ihr ein Gramm Radium.

     

    Maria Skłodowska-Curie starb 1934 an einer perniziösen Anämie, hervorgerufen durch die Langzeitwirkung schädlicher Strahlung, und wurde an der Seite von Pierre auf dem Friedhof in Sceaux beigesetzt. Zum Zeichen der Anerkennung für ihre Verdienste um die Wissenschaft wurden auf Beschluss des Präsidenten der Französischen Republik François Mitterrand die sterblichen Überreste von Maria Skłodowska-Curie und Pierre Curie ins Pariser Panthéon überführt. Damit ist Maria auch die erste und einzige Frau, die im Panthéon ihre letzte Ruhe fand.

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