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  • Meinem Vaterland, der Republik Polen, treu sein

     

  • NACHRICHTEN

  • 25 Mai 2018

    Vor siebzig Jahren wurde im Gefängnis in der Warschauer Ulica Rakowiecka Witold Pilecki ermordet – er war polnischer Offizier, Aktivist des Polnischen Untergrundstaates, einziger freiwilliger Häftling des deutschen NS-Konzentrationslagers Auschwitz sowie Autor der sog. Pilecki-Berichte.

     

     

    Witold Pilecki diente in der Heimatarmee und nahm am Warschauer Aufstand teil. Nach dem Krieg setzte er seine Aktivität für das freie Polen fort; 1947 wurde er von den sowjetischen Machthabern festgenommen und gefoltert, im Jahre 1948 verurteilt und hingerichtet. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit durch Polen wurde er 1990 durch ein Urteil des Obersten Gerichts rehabilitiert, zum Oberst ernannt und mit dem Weißen-Adler-Orden ausgezeichnet.
     

    Witold Pilecki teilte der Leitung des Polnischen Untergrundstaates die Idee mit, in das deutsche Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau einzudringen. Pileckis Aufgabe bestand darin, Informationen über die im Lager herrschenden Bedingungen zu sammeln und sie nach draußen zu übermitteln. Ferner organisierte er dort den Bund der Militärorganisationen, der einen Aufstand und die Befreiung des Lagers vorbereiten sollte. Nach seiner Flucht aus Auschwitz fertigte er Berichte an, welche die Verbrechen Nazi-Deutschlands dokumentierten, deren Zeuge er geworden war. Die Berichte wurden den Alliierten übergeben und stellen, neben der Tätigkeit Jan Karskis, die weltweit erste Quelle über den Holocaust dar.
     

    "Was soll die Menschheit heute sagen – jene Menschheit, die den Fortschritt der Kultur beweisen und das 20. Jahrhundert weit über die vergangenen Jahrhunderte erheben möchte? Können wir Menschen des 20. Jahrhunderts den früher Lebenden in die Augen sehen und unsere Überlegenheit behaupten, während in unserer Zeit eine bewaffnete Masse unter Einsatz der neusten technischen Errungenschaften nicht ein feindliches Heer vernichtet, sondern ganze Völker, wehrlose Gesellschaften?" Mit diesen Worten beschrieb Rittmeister Pilecki in einem Bericht von 1945 seinen Aufenthalt im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
     

    Michael Schudrich, der Oberrabiner von Polen, sagte über Witold Pileckis Heldentaten: "Dies ist ein Beispiel für ein unvorstellbar Gutes in Zeiten des unvorstellbar Bösen. Es gibt immer zahlreichere Beweise dafür, wie Polen in der Zeit des Holocaust Juden halfen und dafür mit dem eigenen Leben bezahlten. Man muss dem Beispiel von Menschen wie Pilecki überall dort folgen, wo heute Böses geschieht."
     

     

    Büro des Pressesprechers

    des Außenministeriums der Republik Polen

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