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  • NACHRICHTEN

  • 16 März 2015

    Pressemitteilung


     

    ADALBERT STIFTUNG

                   

    PRESSEMITTEILUNG

     

     

    Preisträgerin des Adalbert-Preises 2015 Dr. Hanna Suchocka (Posen)

     

     

    Krefeld, 16. März 2015 –– Die Adalbert Stiftung mit Sitz in Krefeld wird 2015 den nächsten Internationalen Adalbert-Preis für Frieden, Freiheit und Zusammenarbeit in Europa verleihen. Der Preis wird am 13. Juni 2015 in Bratislava durch den Staatspräsidenten der Slowakei Andrej Kiska an die frühere Justizministerin, Generalstaatsanwältin und Botschafterin Polens beim Heiligen Stuhl Dr. Hanna Suchocka überreicht werden.

     

     

    Die Preisträgerin erlebte wenige Monate nach ihrem Jura-Examen 1968 den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei. Der danach in Polen abgeforderten Konformität mit der herrschenden Staatsideologie hielt sie die Unvereinbarkeit ihres persönlichen katholischen Selbstverständnisses mit dem Kommunismus entgegen. Nach ihrer Promotion 1975 unterrichtete sie Verfassungsrecht an der Universität Posen, arbeitete 1985/1986 am Max-Plack-Institut für ausländisches öffentliches Recht in Heidelberg und lehrte von 1988 bis 1993 als Professorin für Staats- und Verfassungsrecht an der Katholischen Universität Lublin. Parallel zu ihrer Hochschultätigkeit engagierte sie sich politisch. Sie war von 1980 bis 1985 Abgeordnete des polnischen Parlaments. Als Expertin für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit äußerte sie Kritik an der herrschenden polnischen Staatsordnung. Sie stimmte gegen das 1981 verhängte Kriegsrecht wie auch gegen das Verbot der Gewerkschaft Solidarnosc. Im Zusammenhang mit der Wende von 1989 wurde sie Beraterin der Gewerkschaft Solidarnosc und gehörte von 1989 bis 2001 dem ersten frei gewählten Parlament Polens an. Am 11. Juli 1992 wurde sie als erste weibliche Ministerpräsidentin Polens gewählt. Sie wirkte auf eine Liberalisierung der Wirtschaft und eine europäisch inspirierte Transformation der politischen Kultur Polens hin. Sie sah sich in ihrem Amt, das sie bis zum 25. Oktober 1993 ausübte, auch in einer Mitverantwortung für die Länder Ostmitteleuropas – die Adalbert-Länder Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn – , welche sich vom Westen vernachlässigt sahen und die Gefahr eines autoritären Rückfalls im Osten empfanden. Sie mahnte für Europa ein Ordnungskonzept an, das Ostmitteleuropa einschließt. Bevor sie von 1997 bis 2000 Polens Justizministerin und Generalstaatsanwältin wurde, war sie zwei Mal Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Von 2000 bis 2013 wirkte sie als Botschafterin Polens beim Apostolischen Stuhl. Hier erwarb sie sich nicht nur päpstliche Anerkennung für ihre souveräne Ausübung eines Amtes zwischen Politik, Diplomatie und Religion, sondern unterstützte auch die päpstlichen Bemühungen um die Zukunft Europas. Sie ist Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Sie engagiert sich leidenschaftlich für ein stärker geeintes Europa und zeigt sich von der Memoria des heiligen Adalbert von Prag (956-997) inspiriert.

     

     

    Das Wirken der Preisträgerin Hanna Suchocka ist von der Erinnerung an die dramatische Biographie des Heiligen Adalbert von Prag (956-997) mit inspiriert. Dieser gilt in den Adalbertländern als „ein großer Patron für unseren Kontinent“, der das Fundament „für die europäische Identität und Einheit legte“ (Papst Johannes Paul II.).

     

     

     

    Die Adalbert Stiftung verleiht den Preis jeweils an eine Persönlichkeit, die sich in hervorragender Weise um ein dauerhaftes Zusammenwachsen ganz Europas und um die Vertiefung und Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen den west- und mitteleuropäischen Völker verdient gemacht hat.

     

    Die bisherigen Preisträger des Adalbert-Preises sind Tadeusz Mazowiecki, József Antall, František Kardinal Tomášek, Franz Kardinal König, Václav Havel, Helmut Kohl, František Mikloško, Władysław Bartoszewski, Árpád Göncz , Ján Čarnogurský und Petr Pithart.

     

     

     

    Unter www.adalbert-stiftung.de finden Sie die Pressemitteilung als Download sowie alles weitere Wissenswerte über die Stiftung und ihre Aktivitäten.

     

    Kontakt: Christine Röhr Tel.: + 49 (0) 21 51/15 93 11 Fax + 49 (0) 21 51/15 93 12
    christine.roehr@adalbert-stiftung.de www.adalbert-stiftung.de

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