close

  • Meinem Vaterland, der Republik Polen, treu sein

     

  • NACHRICHTEN

  • 12 September 2018

    Bei seinem Besuch in Berlin warb Szymon Szynkowski vel Sęk, Staatssekretär im Außenministerium, dafür, im Rahmen der deutsch-polnischen Beziehungen, auch im europäischen Kontext, über alle schwierigen Themen offen miteinander zu sprechen.

     

     

    Bei seinem zweitägigen Besuch in der deutschen Hauptstadt kam der stellvertretende polnische Außenminister mit einer Reihe deutscher Politiker und Amtsträger sowie mit Vertretern polnischer und deutscher Medien zusammen.

     

    Am ersten Tag traf Szynkowski vel Sęk Manuel Sarrazin, den Vorsitzenden der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag, mit dem er aktuelle politische Themen besprach. In der Bahnhofsmission ZOO konnte er soziale Probleme der Stadt Berlin in Augenschein nehmen und sich mit der Leitung der Einrichtung über das anlaufende Unterstützungsprogramm für polnische Obdachlose austauschen, das durch die Stiftung „Barka“ umgesetzt und aus Mitteln des polnischen Senats finanziert wird.

     

    Das gegenwärtige deutsch-polnische Verhältnis war wiederum Gegenstand der Gespräche zwischen Szymon Szynkowski vel Sęk und Joachim Bertele, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für Außen- Sicherheits- und Entwicklungspolitik im Bundeskanzleramt.

     

    Am Freitag nahm der stellvertretende polnische Außenminister an einer Begegnung mit der polnischen Diskussionsgruppe in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) teil; seine Rede betraf „Polen und Deutschland – gemeinsame und unterschiedliche Interessen“. Dort debattierte er mit deutschen Politikern, Experten und auf internationale Fragen spezialisierten Journalisten. Szynkowski vel Sęk versuchte seine deutschen Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass Deutschland und Polen viele gemeinsame Themen verbinden würden, wodurch die bilateralen Beziehungen in vielen Bereichen so gut wie nie zuvor seien. Gleichzeitig wies er auf strittige Themen hin, so das Projekt Nord Stream 2. Der Bau einer zweiten Nordpipeline spalte Deutschland und Polen auf fundamentale Art und Weise. Er gefährde das gegenseitige Verhältnis, schade Europa und könne zum Vertrauensverlust zwischen unseren beiden Ländern führen.

     

    Nicht weniger Aufmerksamkeit widmete Szymon Szynkowski vel Sęk in seiner Rede Fragen von europäischer Dimension. Das Land Polen und seine Menschen seien nach wie vor überzeugt, dass die Europäische Union ein Hoffnungsträger sei, dass sie ihnen Chancen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Integration von Gesellschaften gebe. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit effektiverer Reaktionen der EU und schnellerer Antworten ihrerseits auf dringende Herausforderungen. Man brauche darüber hinaus eine gemeinsame Reflexion über die Gründe für den Austritt Großbritanniens, so die Überzeugung des stellvertretenden polnischen Außenministers.

     

    In Bezug auf den Haushalt der EU erklärte Vizeminister Szynkowski vel Sęk die Stellung Polens folgendermaßen: Man solle an die neuen Ausgaben aus dem europäischen Budget keine neuen Bedingungen knüpfen. Deutschland wolle die Haushaltsausgaben von sehr unklar formulierten Kriterien der Rechtstaatlichkeit abhängig machen – eine Haltung, mit der Polen nicht übereinstimme.

     

    Während seines Besuches in Berlin beteiligte sich Vizeminister Szynkowski vel Sęk außerdem auf Einladung von Andreas Michaelis, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, an einem Seminar in der Villa Borsig. Gespräche mit dortigen Amtsträgern betrafen Fragestellungen, die Souveränität, Solidarität und Demokratie in der gegenwärtigen und künftigen Europäischen Union betreffen.

     

    Der stellvertretende polnische Außenminister wurde von Prof. Andrzej Przyłębski, Botschafter der Republik Polen in Deutschland, empfangen, der ihn während der beiden Tage stets begleitete.

     

    Die Botschaft der Republik Polen in Berlin organisierte ein Pressebriefing für in Deutschland tätige polnische Journalisten und Korrespondenten, bei dem Vizeminister Szynkowski vel Sęk seinen Besuch in Berlin auswertete und Stellung zu der Situation der Auslandspolen und der in Deutschland lebenden Polen nahm. Er äußerte sich ebenfalls zu der Entscheidung über die Errichtung eines neuen Berliner Sitzes für Polens Botschaft.

     

    Zum Abschluss des Berliner Besuches des stellvertretenden polnischen Außenministers veranstaltete die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit eine Expertenrunde zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Polen.

    Print Print Share: