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  • NACHRICHTEN

  • 14 Oktober 2013

    An der Universität Warschau fand eine wissenschaftliche Tagung „Fehlerhafte Gedächtniskodes“ statt, die sich mit der Verwendung falscher Bezeichnungen für die deutschen NS-Konzentrationslager durch ausländische Medien beschäftigte

    Am 11. Oktober fand in der Universität Warschau die wissenschaftliche Tagung „Fehlerhafte Gedächtniskodes“ statt, die sich mit der Verwendung falscher Bezeichnungen für die deutschen NS-Konzentrationslager durch ausländische Medien beschäftigte. Experten aus Deutschland, Polen und den Vereinigten Staaten debattierten über die Ursachen und Folgen des Gebrauchs  unkorrekter, geschichtsklitternder Formulierungen in der Öffentlichkeit.

     

    Initiator der Tagung war der Unterstaatssekretär im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Prof. Artur Nowak-Far und Veranstalter das Institut für Europäistik der Universität Warschau, der Lehrstuhl für Europäisches Recht der Warsaw School of Economics (SGH) und das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten.

    Minister Nowak-Far meinte, das Treffen resultiere aus dem dringenden Erklärungsbedarf für die unkorrekte Verwendung und Benutzung von „Gedächtniskodes“ im internationalen Bereich. „Das ist unsere Verpflichtung als Menschen, die sich diesem Phänomen entgegenstellen müssen“, betonte Minister Nowak-Far.

     

    Drei Aspekte des Problems wurden während der Tagung erörtert: der mediale, der juristische und der sprachliche. Unter den eingeladenen Tagungsteilnehmern waren u.a. Rechtsanwalt Martin Mendelsohn aus den Vereinigten Staaten und Prof. Dieter Schenk aus Deutschland, die über die juristischen Mittel zur Bekämpfung falscher historischer Bezeichnungen, die in ihren Ländern angewendet werden, sprachen.

     „Die Welt hat schlechte Angewohnheiten angenommen, wie die Geschichte zu verfälschen und sich ihr gegenüber ignorant zu zeigen. Das ist schlecht unter dem Gesichtspunkt der Logik, es ist auch schlecht unter dem Gesichtspunkt der Moral“, sagte Rechtsanwalt Mendelsohn. Er unterstrich, die Besonderheit Polens rühre daher, dass unter den Menschen, die vom israelischen Institut Yad Vashem für die Rettung von Juden während des Holocaust als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurden, mehr Polen seien als Vertreter irgendeiner anderen Nation.

     

    Die Referenten wiesen auch darauf hin, dass das Problem „fehlerhafter Gedächtniskodes“ besonders wichtig ist, weil es international die meisten Pressetitel betreffe. Nach Meinung von Professor Schenk sind die fälschlichen Formulierungen auf mangelnde journalistische Sorgfalt zurückzuführen, hinter der keine böse Absicht steckt, was die veröffentlichten Richtigstellungen und Entschuldigungen belegten.

     

    Während der Tagung sprach man auch über die Relativierung der Wahrheit und ihren Einfluss auf die Außenpolitik des Staates. „Polen befindet sich in einer negativen und unguten Position – leider haben wir keine andere Rolle, als die Fehler zu finden und auf die Wahrheit hinzuweisen. Wenn wir nicht darüber sprächen, wäre das ein enormes Problem und eine Veruntreuung des Generationengedächtnisses“, meinte Minister Nowak-Far.

    Prof. Ewa Stasiak-Jazukiewicz hob die enorme Rolle des polnischen Außenministeriums hervor, das ihrer Ansicht nach der „echt gute Arbeit“ dabei geleistet habe, auf das Problem das allmählich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringe, aufmerksam zu machen und mehr Wissen darüber zu vermitteln..

     

    Seit 2004 führt das Außenministerium eine Kampagne gegen die Formulierung „polnische Lager“. Die polnischen Botschaften und Konsulate verlangen von den Redaktionen die Veröffentlichung der korrekten Bezeichnungen: „deutsches NS-Konzentrations- bzw. Vernichtungslager im besetzen Polen“ oder als Variante „nationalsozialistisches Konzentrations- bzw. Vernichtungslager auf dem Gebiet des von Deutschland besetzten Polen“. Im Jahr 2012 hat das polnische Außenministerium in hundert Fällen gegen den Gebrauch einer falschen Bezeichnung interveniert. Am häufigsten in den USA, Großbritannien, Bulgarien, Frankreich und Deutschland.

     

     

     

     

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